Carl Huter (09.10.1861 – 04.12.1912) wurde in Heinde bei Hildesheim, Deutschland, geboren. Vor über 100 Jahren veröffentlichte er sein Hauptwerk
„Menschenkenntnis – Körperformen- und Gesichtsausdruckskunde“ in vier Bänden.
Menschenkenntnis, auch bekannt als Face Reading, ist gerade in Zeiten von Krisen und dynamischen Veränderungen wertvoller denn je.
Die Huterische Physiognomik unterscheidet drei Grundnaturelle:
Chemisches Ruhe- und Ernährungs-Naturell – Farbe Blau
Denk- und Empfindungs-Naturell – Farbe Gelb
Physikalisch Tat- und Bewegungs-Naturell – Farbe Rot
Auf dem Bild links zeige ich die Zone der Auffassung, also der Beobachtung. Physiognomik beginnt mit einer genauen Beobachtungsgabe und der Fähigkeit, daraus Schlüsse zu ziehen. Das Gesicht ist wie eine Landschaft – man muss nur wissen, wie man sie deutet und was sie aussagt.
Wissen ist Macht, und die größte Macht des Wissens liegt in der Menschenkenntnis oder Face Reading.
Das oben ersichtliche Foto von Carl Huter ist in jungen Jahren im Alter von 34 angefertigte worden
Carl Huter erkrankte an einem schweren Halsleiden und musste sich mehreren Operationen unterziehen. Die medizinische Prognose galt als hoffnungslos – doch gerade diese Erkrankung gab ihm den Anstoß, sich intensiv mit unterschiedlichen Therapierichtungen auseinanderzusetzen. Dabei verfügte er bereits über umfassende Kenntnisse der medizinischen Grundlagenfächer. Auf diesem Fundament baute er seine Psycho-Physiognomik und Kallisophie weiter aus.
Sein Leitgedanke bei der Entwicklung dieser Lehre lautete:
"Man verschaffe sich Einblick in das Werk der tüchtigsten Männer und fasse das Wertvollste zusammen; nur so wird man allen gerecht und bereichert dadurch sein
Wissen mehr, als durch unvernünftige Überhebung des einen oder durch grundlose Herabsetzung des anderen."
Huter griff auf die Erkenntnisse verschiedener Fachrichtungen zurück:
Alte Physiognomen: Johann Joachim Winckelmann, Giambattista della Porta, Charles Le Brun, Peter Camper
Phrenologen: Gustav Scheve, Franz Joseph Gall
Mimiker: Charles Bell, Johann Jacob Engel, Guillaume-Benjamin Duchenne, Paolo Mantegazza
Er führte diese Ansätze zu einer Synthese zusammen und entwickelte daraus seine eigene Lehre.
Ab 1893 begann Carl Huter, in Hannover im kleinen Rahmen private Lehrkurse in seinen Disziplinen zu halten. Später erhielt er die Möglichkeit, seine Forschungen in einem größeren Kurhaus zu vertiefen, dessen Leitung ihm übertragen wurde.
Carl Huter (1861–1912) entwickelte die Psycho-Physiognomik, um aus Körperbau, Gesicht und KopfmerkmalenRückschlüsse auf Charakter, Fähigkeiten und Gesundheit zu ziehen. Grundlage sind eigene Beobachtungen, experimentelle Forschungen und eine neue Theorie über Mensch und Welt.
Zentrale Elemente der Lehre:
Embryologische Erkenntnisse:
Die drei Keimblätter – Entoderm, Mesoderm, Ektoderm – stehen für das Ernährungssystem, Bewegungssystem und Nervensystem des
Menschen.
Helioda-Strahlung:
Huter entdeckte eine formbildende und formbauende Strahlung, die im Zentrosoma der Zelle entsteht und über das Nervensystem zum
Gehirn und Gesicht geleitet wird.
Empfindungsvermögen:
Die Helioda-Strahlung basiert auf Energien und Kräften, die aus dem Empfindungsvermögen des Menschen hervorgehen.
Die Lehren Carl Huters werden bis heute lebendig gehalten durch:
Huter-Vereine
Fachliteratur und Lehrbücher
Zeitschriften
Ausbildungs-Lehrgänge
Beruflich tätige Anwender
Seit 1908 in Deutschland und ab 1910 in der deutschsprachigen Schweiz verbreiten Anhänger die Hutersche Psycho-Physiognomik als praktisches System der Menschenkenntnis – zeitweise auch in angrenzenden Ländern und den USA.
Carl Huter wurde am 9. Oktober 1861 in Heinde bei Bad Salzdetfurth im Landkreis Hildesheim, Niedersachsen, als ältester Sohn des Wasserbaumeisters Johann Heinrich Christian Huter (1836–1868) geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters wuchs Carl Huter bei Verwandten auf einem kleinen Bauernhof in Oedelum (bei Schellerten/Niedersachsen) auf, getrennt von seinen beiden Schwestern.
Ursprünglich sollten die Pflegeeltern Huter den Bauernhof übernehmen lassen, weshalb ihm der Besuch eines Gymnasiums verwehrt wurde. Diesem Druck entzog er sich jedoch und kehrte nach seiner Konfirmation zu seiner Mutter nach Heinde zurück.
In Hildesheim absolvierte Carl Huter eine Lehre als Dekorations-, Porzellan- und Porträtmaler. Nach Abschluss seiner Ausbildung zog er nach Berlin, Leipzig und Dresden, wo er sich in kunstgeschichtlicher, philosophischer, naturwissenschaftlicher und physiognomischer Richtung fortbildete.
Zwischen 1885 und 1892 finanzierte er seine Studien vor allem durch seine Tätigkeit als Dekorations- und Porträtmaler. Einige seiner Werke sind noch heute in Kirchen und Privatbesitz in den Regionen Hildesheim und Braunschweig zu finden.
Nach seiner Heirat mit Henny Pieper eröffnete Carl Huter im Sommer 1897 in Detmold eine eigene Kuranstalt, die ihm und seiner Familie zeitweise die materielle Existenz sicherte. Da ihm aufgrund seines nicht-akademischen Werdegangsdie Lehrtätigkeit an Hochschulen verwehrt blieb, wandte er sich an die Öffentlichkeit. Bald konnte er jedoch auch zahlreiche Akademiker zu seinen Schülern zählen und wirkte auf viele von ihnen prägend – darunter Theodor Lessing.
Vom Spätsommer 1909 bis Herbst 1910 gründete Huter in Leipzig mehrere private Institute:
Freie deutsche Hochschule für psychologische Forschung und vergleichende Natur- und Religionswissenschaften
Psychologisches Untersuchungsinstitut
Psychologisches Museum mit kunstwissenschaftlicher, naturgeschichtlicher und psychologischer Abteilung
Bereits im August 1911 mussten alle Institute wegen fehlender finanzieller Mittel geschlossen werden.
Zwischen 1894 und 1912 veröffentlichte Carl Huter etwa dreißig umfangreiche Werke und Abhandlungen sowie zahlreiche kleinere Arbeiten. Ab 1900 gab er zudem die Zeitschrift „Die Hochwart“ heraus, die eine Auflage von 800 bis 1000 Exemplaren hatte.
Gemeinsam mit seinem Freund und Schüler Adolf Brodbeck initiierte Huter das erste Parlament der Weltreligionen, das 1893 in Chicago stattfand. Ein zweites Religionsparlament plante er anlässlich der Einweihung des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig im Jahr 1913 als Werk der Völker- und Religionsversöhnung. Sein früher Tod am 4. Dezember 1912 in Dresden verhinderte die Realisierung dieses Vorhabens.
Da keine Angehörigen vorhanden waren, die seinen Nachlass verwalten konnten oder wollten, blieb Huters Werk nicht vollständig beisammen. Es wurde jedoch von August Amandus Kupfer in Deutschland und Walter Alispach in der Schweiz weitergeführt.
Welt- und Menschenkenntnis (1904–1906):
Huters Hauptwerk in fünf Lehrbriefen mit 52 Lektionen. Behandelt Naturwissenschaften, Anatomie, Physiologie und die Grundlagen der Psycho-Physiognomik, illustriert mit eigenen
Strichzeichnungen.
Illustriertes Handbuch der Menschenkenntnis (1910):
Ergänzt das Hauptwerk mit praktischen Fallbeispielen und zahlreichen Abbildungen zu Naturellen.
Das Empfindungsvermögen der Materie (1909):
Huter erläutert seine Entdeckungen zur Helioda-Strahlung und zum Empfindungsvermögen der Materie.
Katechismus der Huterischen Wissenschaft (1909):
Beantwortet 52 Fragen zu Huters Lehren und erläutert die charakterologische Bedeutung körperlicher Merkmale.
Kernpunkte der Huterschen Lehren (1911/1912):
Kurze Übersicht über die zentralen Entdeckungen und Erkenntnisse Huters.
Weitere Werke:
Enthalten u. a. „Die neue Weltanschauung“ sowie posthum erschienene Werke wie „Die innere Erschließung einer höheren geistigen Welt“ (1929) und „Individuum und Universum“ (1962).
Hinweis: Viele angekündigte Werke – z. B. Lehrbücher über praktische Menschenkenntnis, Augenphysiognomik oder Kallisophie – erschienen nicht. Wichtige Lücken wurden von Amandus Kupfer mit Lehrbüchern zur Psycho-Physiognomik geschlossen.
Bis heute fehlt der Huterschen Psycho-Physiognomik eine wissenschaftlich fundierte Theorie und empirische Evidenz. Moderne Physiognomen stützen ihre Aussagen meist auf Tradition und Erfahrung, etwa auf die Lehren von Lavater oder Lombroso, anstatt auf überprüfbare Daten.
„Alles in allem erweist sich die Psycho-Physiognomik mithin als eine jahrhundertealte Glaubenslehre, die es bis heute nicht einmal geschafft hat, eine plausible, in sich schlüssige Theorie aufzustellen. An die Stelle empirischer Belege treten Behauptungen und Scheinbeweise.“
– Uwe Kanning, Dipl.-Psych., Professor für Wirtschaftspsychologie
Dennoch findet die Psycho-Physiognomik gelegentlich praktische Anwendung in Seminaren und Unternehmen.
Quelle: Wikipedia
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